Hilfsangebote für Einzelhändler und Gastronomen aufgrund von Corona

 

 

1.  Staatliche Hilfen für Gastronomen bundesweit

2.  Staatliche Hilfen für Gastronomen Baden-Württenberg

3.  Alternative: Lieferdienst

4.  Kurzarbeitergeld

5.  Hilfe der Creditreform

6.  Entgeltfortzahlungsversicherung

7.  Steuerliche Hilfen

8.  Hilfen der Brauereien

 

 

1. Staatliche Hilfen für Gastronomen bundesweit

Es ist ein unbegrenztes Kreditprogramm für Unternehmen angekündigt. Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier haben ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Abfederung der Auswirkungen des Corona-Virus vorgelegt. Dabei gibt es keine Grenze nach oben bei der Kreditsumme, die die KfW vergeben kann. Wenn Sie eine Finanzierung aus den verabschiedeten Programmen nutzen möchten, wenden Sie sich bitte an Ihre Hausbank bzw. an Finanzierungspartner, die KfW-Kredite durchleiten.

 

Unterschieden wird hier in

  • Unternehmen die länger als 5 Jahre am Markt sind
    • Sie beantragen Ihren Kredit nicht direkt bei der KfW, sondern bei einem Finanzierungspartner in Ihrer Nähe. Nutzen Sie die Online-Beratungsanfrage , um
      • einen Finanzierungspartner zu finden und einen Beratungstermin anzufragen.
  • Junge Unternehmen, die weniger als 5 Jahre auf dem Markt sind.

Darüber hinaus wird die KfW je ein Sonderprogramm vorbereiten und schnellstmöglich einführen. Diese können Sie beantragen, wenn Ihr Betrieb in krisenbedingte Finanzierungsschwierigkeiten geraten ist. Hier steht noch kein genaues Startdatum fest.

 

2.  Staatliche Hilfen für Gastronomen Baden-Württenberg

In Baden-Württemberg können von gewerblichen Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten, sowie Solo-Selbstständigen Anträge gestellt werden. Voraussetzung ist der Hauptsitz in Baden-Württemberg. Für Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten gilt: Sie sind antragsberechtigt, wenn Sie mit Ihrer selbständigen Tätigkeit das Haupteinkommen oder  zumindest ein Drittel des Nettoeinkommens eines Haushalts bestreiten.

Umsatzeinbrüche sowie Liquiditätsengpässe, die schon vor dem 11. März 2020 entstanden sind, sind nicht förderfähig.

Baden-Württemberg gewährt die Soforthilfe, die der Bund gewährt und gibt zusätzlich:

30.000€ für Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern als Einmalzahlung für 3 Monate. Dabei handelt es sich um eine Soforthilfe des Landes Baden-Württemberg, welche nicht zurückgezahlt werden muss.

Der Förderantrag kann hier heruntergeladen werden. Wenn dieser vollständig ausgefüllt ist, müssen Sie Ihn über die IHK einreichen.

 

3.  Lieferdienst: In Alternativen denken

Als Einzelhändler oder Gastronom können Sie einen Lieferdienst oder Take Away Service anbieten.

 

4. Kurzarbeitergeld

Der Bundestag hat in Anbetracht der Situation einen leichteren Zugang zum Kurzarbeitergeld beschlossen. Sie können somit Kurzarbeit anmelden, wenn mindestens 10% Ihrer Beschäftigten betroffen sind. Diese Regel gilt zudem bereits rückwirkend ab dem 1. März. Zudem ist ein teilweise oder vollständiger Verzicht auf Aufbau negativer Arbeitszeitsalden geplant. Auch Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer können künftig Kurzarbeitergeld beziehen. Wenden Sie sich an die Bundesagentur für Arbeit und beantragen Sie Kurzarbeitergeld für Ihre Mitarbeiter. Zudem können die Sozialversicherungsbeiträge, die Arbeitgeber normalerweise für Ihre Beschäftigten zahlen müssen, künftig vollständig erstattet werden.

Für die Beantragung ist der Arbeitgeber zuständig. Folgende Bedingungen müssen gegeben sein, damit Sie für Ihren Betrieb Kurzarbeit beantragen können.

  • Es muss in der betreffenden Firma einen erheblichen Arbeitsausfall geben.
  • Der Betrieb muss mindestens einen Arbeitnehmer beschäftigen.
  • Betroffenen Arbeitnehmern darf vor der Kurzarbeit nicht gekündigt worden sein.
  • Der Arbeitgeber muss den Arbeitsausfall im Lauf des Monats anzeigen, in dem die Kurzarbeit beginnt.
  • zehn Prozent der Beschäftigten müssen vom Arbeitsausfall betroffen sind. Die Agentur für Arbeit kommt Ihnen hier einen großen Schritt entgegen. Bislang musste das ein Drittel der Arbeitnehmer sein.

Beispiel: Wer statt wie üblicherweise fünf Tage nur noch vier Tage pro Woche arbeiten würde, bekäme 80 Prozent des Lohns weiter vom Arbeitgeber. Für die übrigen 20 Prozent erhalten Beschäftigte die Kompensationszahlung (60 Prozent des Tageslohns) von der Arbeitsagentur.

Die Bundesagentur für Arbeit hat noch mal alle Infos in einem Merkblatt für Sie zusammengestellt.

Wir haben für Sie in einem unserer neuesten Artikel alle Informationen rund um Kurzarbeit ausführlich für Sie recherchiert.

 

5. Creditreform beschleunigt Ihre Kreditanträge

Der KfW-Kredit erfordert einen Antrag bei der Hausbank. Im Zuge dieses Antrages, werden verschiedene Voraussetzungen für die Bewilligung der Darlehen geprüft. Ihr Unternehmen muss vor der Corona-Krise wirtschaftlich „gesund“ gewesen sein. Gleiches gilt für die von der Bundesregierung beschlossenen Schnellkredite. Die Creditreform möchte Ihnen genau dabei mit einem neuen Bonitätsnachweis helfen – und das kostenlos! Das Unternehmen stellt eine spezielle Prüfung mit anschließender Auskunft, über Ihre Kreditwürdigkeit zum Stichtag 31. Dezember 2019, zur Verfügung. Somit ist bei Ihrem Antrag offensichtlich, dass ihr Kreditbedarf erst durch die Corona-Krise entstanden ist. Sie können die Auskunft auf der Homepage der Creditreform beantragen. Sie wird dann innerhalb von einem Tag verschickt und kann den Antragsunterlagen beigelegt werden. So nehmen Sie der Hausbank etwas Arbeit ab und haben eine Chance auf schnellere Bearbeitung Ihrer Unterlagen.
 

6. Entgeltfortzahlungsversicherung

Kleinere und mittlere Betriebe sind gegen die finanziellen Risiken der Entgeltfortzahlung an arbeitsunfähig erkrankte Arbeitnehmer über die Umlage U1, welche Sie zahlen, abgesichert. Diese Versicherung wird von den gesetzlichen Krankenkassen durchgeführt. Für privat versicherte Arbeitnehmer ist die Krankenkasse zuständig, welche bei Ihnen im Betrieb für die Entgegennahme der Renten- und/oder Arbeitslosenversicherungsbeträge zuständig ist. Für geringfügig entlohnte Arbeitskräfte wird die Entgeltfortzahlungsversicherung von der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (Minijob-Zentrale) durchgeführt.

An diesem Auswahlverfahren nehmen alle Arbeitgeber teil, die in der Regel nicht mehr als 30 Arbeitnehmer beschäftigen. Sprechen Sie mit Ihrer zuständigen Einzugsstelle um genaue, auf Ihren Betrieb abgestimmte Informationen zu erhalten.

 

7. Steuerliche Hilfen

Im Rahmen wirtschaftlicher Beeinträchtigungen haben Sie die Möglichkeit zu speziellen steuerlichen Hilfsangeboten der Finanzämter. So können Sie beispielsweise auf Antrag laufende Vorauszahlungen zur Einkommenssteuer herabsetzen oder sogar komplett aussetzen. Nehmen Sie unbedingt frühzeitig Kontakt zu Ihrem zuständigen Finanzamt auf und erfragen Sie dort steuerliche Hilfsangebote. Bis zum 31.12.2020 wird sogar auf Vollstreckungsmaßnahmen, wie Kontopfändungen, verzichtet, wenn Sie unmittelbar von den Auswirkungen des Corona-Virus betroffen sind.

 

8. Hilfen der Brauereien

Oftmals treten Brauereien als Verpächter oder Geldgeber auf. Viele dieser Brauereien gehen in dieser Zeit mit gutem Beispiel voran und erlassen Ihnen teilweise Kosten oder bieten Ihnen Stundungen bei Ihren Darlehen an. Die Veltins Brauerei beispielsweise setzt die Tilgung der Darlehen für 2 Monate, bis Ende Mai komplett aus. Zudem überweist sie Ihnen pauschal 60% der letzten Bestellung zurück.
Die Augustiner Brauerei erlässt Ihnen für den März 50% und für den April sogar 100% der Miete.
Einen etwas anderen aber, wie wir finden, auch sehr effektiven Ansatz hat die Hofbräu-Brauerei. Sie stellt Ihre Pacht auf das Modell der Umsatzpacht um. Das bedeutet, dass Sie Pacht in Abhängigkeit Ihres Umsatzes zahlen. Wenn Sie also in der aktuellen Krise wenig bis gar keinen Umsatz machen könnt, bezahlt Ihr auch wenig bis gar keine Pacht an die Hofbräu-Brauerei.
Treten Sie in Kontakt mit Ihrer Brauerei und erfragen Sie, ob solche oder ähnliche Modelle auch bei Ihnen möglich sind.

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